Kaffeesatz Recycling

Was Kaffee alles kann

Ob zuhause am Frühstückstisch oder “to go” auf dem Weg zur Arbeit: Die Tasse Kaffee hat ihren festen Platz in unserem Alltag gefunden. Bis wir den Muntermacher jedoch genießen können, legt die exotische Bohne einen weiten Weg für uns zurück. Hinter einer gewöhnlichen Tasse Kaffee steckt dazu ein Wasser-Fußabdruck von etwa 140 Litern. Umso wichtiger also, den Kaffeesatz nach dem Aufbrühen nicht direkt wegzuwerfen, sondern clever weiter zu verwerten. Was Kaffeesatz alles kann und für welche Zwecke du ihn verwenden kannst, verraten wir dir hier.

Kaffee als Düngemittel

Kaffee ist eine geheime Waffe für Hobbygärtner und zaubert vor allem Liebhabern von Hortensien, Geranien, Fuchsien oder Rhododendron einen grünen Daumen an die Hand. Denn diese Pflanzen gedeihen am besten auf saurem Boden. Die unscheinbaren Überreste deiner Kaffeepause stecken voller wertvoller Nährstoffe wie Kalium, Phosphor, Magnesium oder auch Stickstoff. Letzterer sorgt für einen leicht sauren ph-Wert. Ganz ohne den Einsatz künstlicher Chemikalien schenkst du deinen Balkon-, Zimmer- oder Gartenpflanzen also ein Nährstoff-Upgrade. Mische den Kaffeesatz dafür einfach unter die Blumenerde oder verteile ihn direkt im Garten. In etwas Kaffee in Pulverform fühlen sich übrigens auch Regenwürmer pudelwohl und zersetzen fleißig deinen Kompost.

Kaffee als Schädlingsbekämpfer

Wir bleiben im Garten: Denn hier treffen wir leider auch auf ungebetene Gäste wie Nacktschnecken, welche ganze Festmähler in unseren liebevoll gehegten Beeten veranstalten. Doch auch hier erweist sich Kaffeesatz als nützliches Haushaltsmittel. Um deine Ernte zu verteidigen hilft es, getrockneten Kaffeesatz um die gefährdeten Pflanzen zu verteilen. Bei Schnecken wirkt Koffein wie ein Nervengift, welches die Schleimbildung fördert und bei einer hohen Dosierung sogar tödlich für die Tiere sein kann. Sie werden somit hoffentlich einen großen Bogen um den Salat machen.

Wer dazu im Spätsommer gerne auf dem Balkon oder der Terrasse sein Frühstück genießt, isst meist in Gesellschaft eines hungrigen Plagegeistes: Der Wespe. Doch Kaffee wäre nicht Kaffee, würde er nicht auch in dieser Situation wahre Wunder vollbringen. Der Geruch von angezündetem Kaffeesatz vertreibt die gestreiften Allesfresser. Einfach ein feuerfestes Gefäß auf oder neben den Tisch stellen und den Kaffeesatz darin anzünden. Dann hast du dein Marmeladenbrot wieder für dich!

Kaffee als Lufterfrischer

Wer einmal in einer Parfümerie war, hat die geruchsneutralisierende Eigenschaft von Kaffee bereits kennengelernt. Bevor ein neuer Duft ausprobiert wird, sollte das Näschen erst einmal ins Kaffeebohnenglas gesteckt werden, womit der vorherige Duft kompensiert wird.

Diese Eigenschaft können wir uns selbstverständlich auch im Alltag zunutze machen. Der Mülleimer müffelt, der Käse riecht intensiver als gedacht oder die Wanderstiefel verbreiten nach einer langen Tour ihr volles Aroma?

Tief durchatmen – Kaffee hilft! Ob in einem Joghurt-Gefäß mit Löchern oder in einer Nylonstrumpfhose vertreibt Kaffeepulver unangenehme Gerüche und ist damit ein echter Luft-Erfrischer. Auch Kaffeesatz beugt einer unangenehmen Geruchsentwicklung vor, indem du ihn vorbeugend unten im Mülleimer platzierst!

Kaffee als Schönheitsmittel

“Gut und günstig” bringen die Eigenschaften von Kaffee ebenfalls gut auf den Punkt, wenn es rund um das Thema “Beauty” geht. Denn auch hier entpuppt sich Kaffee wahrlich als Schwarzes Gold.

Kaffee für die Haare

Die Bohne interessiert in diesem Falle auch die Männer. Wissenschaftlich bewiesen ist zwar noch nichts, viele Shampoo-Hersteller werben jedoch bereits seit Jahren mit der haarwachstumsfördernden Wirkung von Koffein. Eine geldbeutelschonende Alternative für ein teures Koffein-Shampoo ist mithilfe von etwas Kaffeesatz und Spülung selbst schnell hergestellt. Diese wird ins Haar einmassiert und fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Die Inhaltsstoffe des Kaffees können dazu die Haare stärken, Haarverlust und brüchigen Spitzen entgegenwirken und eine farbintensivierende Wirkung haben. Empfehlenswert ist diese Art von Haarbehandlung daher jedoch nur für braunhaarige oder schwarzhaarige AnwenderInnen.

Kaffee gegen Augenringe

Nach einer kurzen Nacht kämpft Kaffee gleich multifunktional gegen Müdigkeitserscheinungen. Das Koffein verdrängt nicht nur unseren innigsten Wunsch, direkt wieder ins Bett zu kriechen, es kann auch unschöne Augenringe verschwinden lassen. Die im Kaffee enthaltenen Gerbstoffe sorgen dafür, dass sich die Zellen verengen und Wasser abgeleitet wird. Dazu zieht Koffein die Blutgefäße zusammen und lindert so zusätzlich die Schwellung. Die Anwendung könnte einfacher nicht sein: Lege dir etwas kalten Kaffeesatz unter die Augen und schlafe noch einmal zehn Minuten, bevor du die Masse mit lauwarmen Wasser entfernst.

Kaffee für die Haut

Ganz oben auf der Liste der Erzfeinde einer Frau: Cellulite. Orangenhaut ist ungern gesehen, weshalb keine Kosten für teure Cremes gescheut werden, um sie wieder loszuwerden. Als kostengünstiges Hausmittel kann jedoch auch ein einfaches Peeling aus Kaffeesatz und Olivenöl hergestellt und in kreisenden Bewegungen auf die entsprechenden Stellen aufgetragen werden. Kaffee strafft die Haut, entwässert das Gewebe und der körnige Kaffeesatz entfernt zusätzlich abgestorbene Hautschüppchen. Wir denken: Man kann’s ja mal probieren! 😉