Superfood Blaubeere

Heimische Kraftpakete im blauen Mantel

Superfoods, sie sind in aller Munde. Kleine Nährstoffwunder wie Chia-Samen, Açaí-Beeren oder Kakaobohnen versprechen uns tolle Auswirkungen auf Körper und Wohlbefinden und erobern im Flug unsere Rezeptbücher und Ernährungspläne. Ihr Manko: Die Wunderlinge legen weite Wege zurück. Sie hinterlassen ihren ökologischen Fußabdruck tief in der Umweltbilanz bis wir sie als Endverbraucher tatsächlich in den Einkaufswagen legen. Neben einer bewussten Ernährung gewinnt in unserer Gesellschaft jedoch auch zunehmend ein gesunder Umweltgedanke an Bedeutung. Ganz besonders lohnt es sich daher bei einem Spaziergang durch den heimischen Kiefernwald genauer hinzusehen. Denn eines der berüchtigsten “heimischen Superfoods” ist die Blaubeere, auch bekannt als Heidelbeere. Wir haben den kleinen blauen Superhelden genauer unter die Lupe genommen.

Blaubeeren Wirkung

Blaubeeren und ihre Farbe

Heidelbeeren sind aufgrund ihres geringen Zucker- und Kaloriengehalts von gerade einmal 42 kcal pro 100g nicht nur besonders freundlich zur Figur. Sie zählen darüber hinaus zu den gesundheitsförderndsten Früchten überhaupt. Sie wirken entzündungshemmend, sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Fruchtsäuren. Eingepackt im tiefblauen Mantel macht die Blaubeere ihrem Namen alle Ehre. Zu verdanken hat die Frucht ihre Farbe der Fülle an enthaltenen Antioxidantien. Diese chemischen Verbindungen sorgen jedoch nicht nur für die unwiderstehliche Farbe, sondern zeigen in Hinblick auf unsere Gesundheit viele erstaunliche Facetten:

Blaubeeren für das Gedächtnis

Eine Pilotstudie der University of Cincinnati (Ohio) testete 2016 die Wirkung von Blaubeeren auf die Gedächtnisleistung älterer Menschen. So wurden 47 Senioren ab 68 Jahren und ersten Alzheimer-Erscheinungen 16 Wochen lang mit einer Pulvermischung versorgt, welches in etwa einer Handvoll Blaubeeren entspricht. Einer Kontrollgruppe hingegen wurde ein Placebo-Pulver verreicht. Die mit Blaubeeren versorgten Senioren zeigten nach den Testwochen eine deutlich verbessere geistige Leistung und Hirnaktivität als zuvor. Bei der Kontrollgruppe hingegen ließen sich keine auffallenden Änderung nachweisen. Wiederum wird der Pflanzenfarbstoff als Auslöser dieser Wirkung vermutet, da Antioxidantien in früheren Studien bereits hirnschützende Wirkungen bei an Parkinson leidenden Patienten nachgewiesen wurden.

Blaubeeren bei Diabetes

Europaweit leiden etwa 60.000 Menschen an der Zuckerkrankheit, wovon etwa 90% von Typ 2 Diabetes betroffen sind. Die Krankheit ist zurückzuführen auf einen gestörten Insulinstoffwechsel, welcher durch ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und Übergewicht begünstigt wird. Die blaue Beere kann präventiv gegen Diabetes wirken, indem sie die Freisetzung von Insulin fördert, den Blutzuckerspiegel reguliert und die Verbrennung von Bauchfett anregt. Eine Studie, welche über mehrere Jahrzehnte mithilfe von knapp 400.000 US-Bürgern durchgeführt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Heidelbeeren das Diabetes-Risiko um bis zu 26% reduzieren können.

Blaubeeren für einen gesunden Darm

Unser Darm hat sich in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit verschafft. Mehrere Studien deckten auf, welchen Einfluss eine gesunde Darmflora auf unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden aber auch auf unser äußeres Hautbild haben kann. Das sensible Organ ist so unter anderem zuständig für die Abwehr von Krankheitserregern. Durch Faktoren wie Stress, Medikamente oder eine schlechte Ernährungsweise kann der sensible Darmtrakt jedoch schnell aus dem Gleichgewicht geraten. Bereits die Alten Griechen entdeckten das Potential von Blaubeeren und setzten das Früchtchen gegen Entzündungen des Darms ein. Die schwedische Universität in Lund wies nun auch offiziell nach, dass der entzündungshemmende Effekt von Blaubeeren auf deren Farbpigmente zurückzuführen ist. Diese hemmen das Enzym Lipoxygenase, welchem bei der Entstehung von Entzündungen im Köper eine zentrale Rolle zugesprochen wird. In Blaubeeren sind dazu Gerbstoffe enthalten. Diese reagieren mit Eiweißen und erzeugen durch unlösliche Verbindungen eine Schutzschicht, die gefährlichen Keimen das Eindringen erschwert.

Blaubeeren gegen Krebs?

Blaubeeren vollbringen als “Radikalfänger” im Kampf gegen freie Radikale wahre Künste: Freie Radikale sind unvollständige Moleküle, welche sich im Körper aggressiv und willkürlich auf die Suche nach einem passenden Molekül machen. Auf ihrem Elektronen-Raubzug bedienen sie sich der nächstbesten Moleküle, so beispielsweise von unserer Zellmembran oder DNA. Auf diese Weise stören sie den normalen Zellprozess und das Erbgut. Im schlimmsten Fall wird durch entstehende Kettenreaktionen der Alterungsprozess beschleunigt und  das Risiko für Krebs-Krankheiten erhöht. Die in Heidelbeeren enthaltenen Antioxidantien verhindern diese gefährlichen Reaktionen, indem sie unvollständigen Radikalen bereitwillig eines ihrer Elektrone abgeben und die sie somit neutralisieren. Zwar ist es noch nicht endgültig wissenschaftlich bewiesen, man geht jedoch davon aus, dass eine Tasse Heidelbeeren am Tag das Risiko der Entstehung von Krebszellen reduzieren kann.

Was wir mitnehmen…

Nahezu das Blaue vom Himmel verspricht uns das Gesundheitsfrüchtchen Blaubeere – und es hält was es verspricht! Wir naschen also weiterhin fleißig viele blaue Beerchen und das nicht nur unserer Figur, unserem Darm und unserem Gedächtnis, sondern auch der Umwelt zuliebe.

Lasst es euch schmecken und probiert doch zum Beispiel einmal unseren Blueberry Cheeseshake!